Mittwoch, 18. Juli 2012

Sätze aus Shangai - scharf wie Sambal

Wer als deutscher Geschäftsmann sein Geld in Shangai im Dienst der Chinesen verdient, hat einen anderen Blick auf Europa im allgemeinen und Deutschland im besonderen. Dieser Blog-Bericht zeigt, welche Kontroversen unser in China gut integrierter Landmann hierzulande auslöst.


Mein Blick vom Schreibtisch fällt auf grünen Rasen, belaubte Büsche und Bäume. Unser Mann in Shangai blickt aus seinem Fenster über ein Häusermeer, das bis an die Wolken reicht.

Aus dieser wolkigen Perspektive in der schwülen Sommerhitze von Shangai hämmern Schriften in unsere lauschige Idylle, welche uns in unserer Behaglichkeit aufschrecken. Hollande, der jetzige Staatspräsident in Frankreich setzt höhere Mindeslöhne durch. Den Autowerken Peugeot, deren Manager über zu hohe Löhne der Arbeiter klagen und die 8000 Mitarbeiter entlassen wollen, sollen geholfen werden. Unser Mann aus Shangai meint:

Hollande macht vor, wie er sein ohnehin nicht konkurrenzfaehiges Land, weiter in die
Scheisse faehrt. Frankreich ist auf den Weltmaerkten sowas von hinten dran...von den
Produkten und den Presien her...

Dass natuerlich die links eingestielten, deutschen Presseorgane sofort "Hurra" schreien
und die Totengraeber der franzoesischen Wirtschaft, die CGT und "Force Ouvriere" als
Referenzen nehmen, ist selbstredend. Deutschland soll moeglichst auch mit fliegenden
Fahnen Hollande nacheifern, weil der wohl die ultimative Loesung des franzoesichen, ach
nein, sogar des deutschen Problems gefunden haben soll....Loehne rauf. Das Dumme ist nur,
dass die Loehne, Herr Obersozi, in die Preise eingearbeitet weden muessen und die wiederum
muss ein Verkaeufer auch am Markt realisieren koennen. Fuer die mit "wirtschaftlicher Expertise"  voll gesegnete SPD einfach nur noch nachahmenswert....

Dann darf der total bescheuerte Hinweis natuerlich nicht fehlen, dass Deutschland sich auf
dem Ruecken der weitgehend unfaehigen, nicht konkurrenzfaehigen, missgemanagten Laender "bereichert"...
Noch einmal und zum letzten Mal.
Deutschland hat seine Effizienz und Konkurrenfaehigkeit gesteigert und kann von den Preisen und Qualitaet international voll bestehen.
Wenn die Einen zu bloed und zu traege und zu sozialistisch sind, dann fallen sie halt zurueck und beschuldigen halt andere, an ihrer Misere schuld zu sein, ein viel gesehener Reflex, der durch die linke Presse verbreitet wird.
Das Deutschland durch die geradezu "furchtbare Ausbeutung" seiner Work Force Vollbeschaeftigung  hat, fuer die maulenden FS-Laender die ATM-Maschine spielt, wird gerne vergessen, das Geld gerne genommen und nie gefragt, wieso die Deutschen das so koennen....
Was nuetzt es einem deutschen Arbeitnehmer, wenn die Loehne weiter steigen und er im Endeffekt seinen Job los wird.
Deutschland ist extrem exportabhaengig, ergo muessen die Preise auf internationalen Wettbewerb ausgelegt sein....
Es gibt immer noch Leute, die das nicht kapieren......(wollen)

Europa ist auf dem absteigenden Ast, sklerotisch, uneinig, von geradezu beaengstigendem Egoismus geplagt.
Die Zukunft liegt hier in Asien und es ist gut, dass Deutschland international konkurrenzfaehig ist und dort mithalten kann. Moegen die anderen EU-Staaten in ihrem Kramladen weiter herumwurschteln, sie sind zum Misserfolg verdammt.
Ich wuerde mir wirklich wuenschen, dass viel mehr Leute hier nach Asien kommen und sich ansehen, was hier passiert, welche Dynamik hier herrscht....dagegen ist Europa ein Alterheim, mit maulenden und noelenden Greisen, deren Zeit passe ist.
Das ODI, eine staatliche Stelle fuer internationale Investments in China, hat Europa als "Supermarkt" fuer den Erwerb hochkaraetiger Firmen auserkoren....Putzmeister in D war nur der Anfang. So schlaegt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Man bekommt Spitzen-Know How fuer "Aldi-Preise", kombiniert sie mit eigenen Top-Firmen und kann danach auf dem Weltmarkt Monopolpreise erzielen....Man investiert die kaputten Euro und USD, die im Wert immer weiter abnehmen gerade noch sinnvoll....
China uebernimmt gerade VESTA aus Daenemark, der weltgroesste Hersteller von Windturbinen.
Danach ist China dann der weltgroesste Hersteller dieser Technik.
Auch die Photovoltaik wird auf kurz oder 'mittellang', voll von China absorbiert werden. Assbeck's SOLARWORLD, mit Milliarden gepampert von deutschen Politikern, wird diesen auch Weg gehen....
Wo sind denn die "hunderttausende Arbeitsplaetze", die die Bundesregierung als Ergebnis der "Energierevolution" in Deutschland versprochen hat?? Ich hoere noch diesen "CDU-Kanzlerkandidaten in spe" Roettgen brabbeln....leider sehe ich nur Truemmerfelder, Missmanagement und weiterhin falsche und teure Entscheidungen.

Abschliessend ist zu sagen, um noch einmal auf Hollande zurueckzukommen, dass er mit seinen Programmen Schiffbruch erleiden wird. Das wird ihn aber nicht weiter stoeren, weil er aber so weitblickend ist und eben halt die anderen Failed States um sich schart, um spaeter gemeinsam in EU-Topfe greifen zu koennen...in die Michel weiterhin blauaegig sein sauer verdientes Steuergeld wirft.

Die Situation ist...wie sie ist und jeder Staat ist seines Glueckkes Schmied. Es gibt in der EU keine Freunde, nur eigene Interessen und Interessenten fuer deutsches Geld....
Man lasse sich nicht von falschen Propheten und bezahlten Meinungshuren mit Prof.-Degree verunsichern...vor allen Dingen nicht aus den USA und England, die ihr ganz spezielles Sueppchen kosten.
Deutschlands Zukunft kann nur mit Asien und Russland erfolgreich sein.
Mit den USA droht nur Krieg und Ausbeutung....

Auf'm Mars....das war's...
 



Unser Mann aus Shangai ist schon ein Toller Hecht!

Doch dass seine Hetze nicht unwidersprochen stehen bleiben darf, beantworten einige qualifizierte Kenner des Marktes und seiner Macht. Stark im Gefühl, doch schwach im Inhalt kommentiert knapp, kurz und kackig unser Mann aus Tokyo:  "Ich hab ja schon viel schwachsinnigen Scheiss gelesen, aber sowas trauen sich ja noch nicht mal unsere widerlichen Scheissblätter wie Spiegel und SZ zu schreiben...."

Doch unser guter Mann aus Tokyo erweitert seine Gedanken wie folgt - wenig später:


Früher mal, in der guten alten Zeit, da haben auch viele von Sklaverarbeit gelebt. Nur, die waren wenigstens ehrlich genug nicht so zu heucheln... Ich hab wie gesagt nicht mehr so viel Zeit zu verschwenden, ich hab bestenfalls noch 20 Jahre guten Lebens vor mir, und die werd ich nicht an schwachsinnige Abzocker verschwenden, die ausser Habgier aber auch gar nichts in ihrem Leben haben. Mna kann ihm gerne zugestehen, dass er voll auf der Höhe dieser Zeit mit seiner Eisntellung ist, aber ich bin mir zu schade um mein Leben an sowas zu verschwenden. Was soll man machen , bei der übergrossen Merhheit reichts halt nicht zu mehr, das wird sich wohl auch in unseren Zeiten nicht ändern.

Was ich dir sehr empfehlen kann, ist anzufangen eigenes Brot zu backen. Von Brötchen bis Pizza mach ich ja schon länger alles was aus Hefeteig gemacht wird. Jetzt hab ich mit Sauerteig angefangen und zwar sehr erfolgreich.... Wahnsinn, zum ersten mal nach langer Zeit wieder Roggen Sauerteigbrot... man mag gar nicht mehr aufhören es zu kauen. Brot nur aus Mehl Salz und Wasser....

Lass es mir gut gehen



Ein weiterer frommer Mann esoterischer Erhabenheit meint dazu:

Hallo Erhard,

dein häufig von dir hier eingebrachter, superdurchblickender Automotive Consultant braucht offenbar ein wortradikales Ventil für all den Frust in seinem gestressten Arbeitsleben im ach so dynamischen Osten, wo Arbeitssklaven almost for nothing rund um die Uhr in giftumwaberten Fabriken "durch Arbeit vernichtet" werden. Zweifellos ein Modell, das schleunigst nach Europa importiert werden sollte, auf daß Europa mit dem dynamischen Osten konkonkurrenzfähig bleibe. Warum dann nicht gleich das Original aus dem Dritten Reich anwenden und Arbeitslager für illegale Einwanderer einrichten und bei Bedarf noch ein paar dazu holen? "Vernichtung durch Arbeit", das ist auch ein gutes Mittel gegen Überbevölkerung.

An deinem Wolfgang kannst du sehen, was marktradikales business brainwashed Denken aus einem Menschen macht: Eine Maschine, Teil einer gefräßigen globalen business Maschine, ein Monster, das Menschen genauso verheizt wie Umwelt und Ressourcen. Auf daß sich die Taschen von ein paar Hanseln immer weiter füllen, sinn- und zwecklos im Wettkampf um den Sieg - wer ist der reichtse und mächtigste auf der Erde?

My two cents

Da müht sich ein esoterischer Experte in Stil und Inhalt mehr. Der gute Mann muss mit seinen psalmodieren Phrasen in altersmildem Prälatenparlando allerdings auch vor seinem prekär medinaivem Publikum prahlen:

Hallo Erhard,

die Experten sind ganz offensichtlich am Ende mit ihrem Latein. Deshalb kommt jeder zu einem anderen Ergebnis. Es gibt Zeiten des Umbruchs, in denen Strukturen zerfallen und neue entstehen. Wir sind in einer solchen Zeit. Ich habe schon wiederholt eine mail zum Uranus-Pluto-Quadrat geschickt, um darauf hinzuweisen. Aber schmalspurige Businessdenker wird so etwas nicht interessieren. Man muß über den Topfrand seines Fachidiotentums hinaussehen.


Sicher schlichtet auch eine treffliche Tarot-Karten Lage die verzweifelte verzwickte Verkommenheit menschlichen Auseinander-Lebens.




Bedrohliche Schriften wie "Kampf der Kulturen" oder "Deutschland schafft sich ab!" sind doch angesichts des Ewigen Kreislaufs Göttlichen Wirkens unwichtig - ja nichtig. Doch zurück zu unserem Mann aus Shangai:



Unser Mann aus Shangai gähnt gelangweilt und hackt widerwillig seine kurze Antwort in die Tasten:

Oh ach so lieber Erhard,

warum peinigst Du mich mit so einem unausgegorenen Dummschwaetzer, der zuviel
"Sozial-Perry Rhodan" gelesen hat und offensichtlich weder von China noch von seinem direkten Umfeld irgendeine Ahnung hat....?

Die duemmlich-mantrahaften, nazikeulenschwingend verhafteten Bilderbuchleser, kann ich einfach nicht fuer voll nehmen...untere Repetitionsschublade, ohne eigenen Input...

Ja, ja, ich bin ein terminatorisches Monster....vor allen Dingen fuer H4-Empfaenger und Patent-Nasebohrer, die in ihrem Leben vermutlich noch nichts auf die Beine gestellt haben, als das Formular zur Stuetze auszufuellen...

Dismissed....next one.


Cheers,

Es gibt gepflegtere, gesittetere Kommentare - gerade Damen fallen in Stil und Sprache dadurch auf, dass sie gebildete Konversation verstehen.

Aber ich denke der Controller hat Recht was die fehlende Konkurrenzfähigkeit Frankreichs angeht und deshalb dürfen Löhne erst rauf wenns wieder läuft, denn sonst ist noch schneller ebbe im Säckel.
Er verteidigt immer wieder Deutschland dass es nur wegen seiner Effizienz so reich geworden sei. Das stimmt doch gar nicht. Wir sind die effizientesten in Europa, das ist etwas was der Euro so hervorragend gezeigt hat.
Aber der Effizienteste hat eben auch normalerweise eine harte Währung und deshalb Probleme seine Waren loszuwerden weil sie teurer sind als in anderen Ländern. Deshalb haben wir diesen superbonus durch den Euro, das ist eine Riesenschweinerei. Man hätte den Euro nicht einführen dürfen, denn dann sind nur noch die Deutschen wirklich konkurrenzfähig bzw. am konkurrenzfähigsten. Das ist doch pipikram zu verstehen, ich weiß nicht wieso der Controller das nicht versteht. Deshalb müssen wir schon mehr zahlen.
Es ist eine Katastrophe. Ich habe keine Ahnung wie das ausgehen soll.
Weiss nur dass nur die Nordeuropäer zusammen passen und die Südeuropäer.
In einem Zeitartikel las ich dass die Südeuropäer das Sparen und Bevorraten wohl nicht so gelernt haben wegen des lauen Wetters das ganze Jahr über. Die Nordler mußten schlimm Vorräte anlegen um überhaupt im Winter zu überleben. Das könnte die Haltung gegenüber Arbeit und Finanzen mitbestimmt haben.
Es grüßt,

Es ist eine Katastrophe - wohl wahr. Fragt sich nur, wen sie zuerst trifft - die Katastrophe. Jedenfalls lässt unser Mann aus Shangai sich nicht verdrießen und schreibt nachts aus Shangai:

Hi Erhard,

dass Europa einen guten Lebensstandard erreicht haette, sieht vielleicht die
Mehrzahl der Deutschen so, in Bulgarien, Rumaenien, Spanien, Griechenland
etc. sieht man das sicherlich anders.


In der Tat haben die Deutschen eine "spaetroemische Dekadenz" erreicht, sind
kleinkariert konsenssuechtig und "Soziale Gerechtigkeit" ist zu einem Begriff
degeneriert, der nicht nur fuer die wirklich Beduerftigen gelten soll, sondern auch
einer gewissen "Ponadisierung" Vorschub leistet.

Ich weiss nicht, welche Erkenntnisse bei Deiner Korrespondenzpartnerin ueber
Asien vorliegen, aber die Vermutung liegt nahe, dass es nicht sehr viel sein kann....
Das jetzige Asien ist total auf Wettbewerb ausgerichtet, hungrig und aggressiv.
Asien hat sich vorgenommen DER fuehrende Wirtschaftsblock der Welt zu werden
und sie werden es schaffen....

Chinas ODI ist gerade dabei, sich vor allen Dingen in Deutschland nach
uebernahmefahigen Spitzen-Know-How-Firmen umzusehen, um sie preiswert
akquirieren zu koennen.....Putzmeister war der aufsehenerregende Einstieg. Die
Leute dort duerfen noch ein paar Jahre vor sich hinwurschteln, dann erfolgt
Produktion und Lieferung nur noch aus China....

Nach Konfuzius soll der Mensch arbeiten, erfolgreich und Vorbild sein. (....und es auch
zeigen, ohne Neidgefuehle der Anderen zu wecken....) die in Asien kaum aufkommen..)
Es ist nicht vorstellbar, dass in Asien die deutsche Selbstzufriedenheit Einzug haelt,
die bereits angefangen hat einen laehmenden Effekt zu zeigen. Die fuer die technischen
Innovationen absolut notwendigen Ingenieure fehlen bereits an allen Ecken....

Asien wird NIEMALS so wie die Europaeer werden.

Allein die Annahme ist schon etwas abenteuerlich, unterstellt sie doch schon wieder, dass
Europaeer ihr Europa als Nabel der Welt betrachten...und das im Vergleich mit Kulturen
die mehrere tausend Jahre in sich geschlossene Staaten waren, als es in Europa noch nicht
mal Ansaetze gab....

Eher wird sich Europa Asien anpassen MUESSEN, vom System her, vom Lebensstandard
her und ein bischen auch von der Denke....

In diesem Sinne.

Bin gespannt, was mir jetzt wieder um die Ohren fliegt....oder auch nicht, weil man mit solch einem Typen einfach nicht diskutieren will....

Beides ist ok, kein Problem....die Zeit wird zeigen wo's langgeht....aber ohne heutiges "deutsches
Wesen"....

Gruss



Dann gibt es noch die ganz guten Freunde und Frauen, die genug mit sich, ihren Beziehungen und ihrem Alltag zu tun haben. Diese dozieren gerade daher mit großer Gelehrsamkeit in beeindruckendem persönlichen Treffen, weil sie sich auf ihr Wirklich Wichtiges kaprizieren - wohl nach dem Motto von Max Stirner: "Der Einzige und Sein Eigentum".


Daher kommentiert diese liebenswerte Dame kurz und knapp: "hab leider keine zeit zum lesen, schönes wetter und ich rotier hier vor arbeit ..." Mein geliebte Frau hingegen, meine Marmeladen-Mach-Mimamai - auch Wisch-und-Wasch-Bär - hat soviel mit mir, ihrem Job und dem Haushalt zu tun, dass langes Lesen ablenkt.















 

Ob wir uns in unseren letzten 20 Jahre mit einer sechs- oder sieben-stelligen Eurosumme vergnügen, ist wohl weniger wichtig. Schwieriger ist das Leben in Armut. Denn wichtig ist, dass wir essen, was wir wollen. Und davon genug. Welche Gier-Affen auch immer ihre Hälse nach den höchsten Früchten recken, irgendwann langweilt das Spiel. Und überhaupt: Geld ist doch nicht wichtig, meint ein Freund, der sich nicht als ärmlicher Millionär, sondern gleich als Milliardär, fühlt. Der junge Mann meint doch tatsächlich, Herr seiner Zeit zu sein:

Schätzungsweise befinden sich auf meinem Konto noch rd. 3 Milliarden Sekunden Guthaben. Ich bin Zeitmilliardär! Und da ich dieses Guthaben ebenso wenig mit ins Jenseits nehmen kann wie der Geldmilliardär sein Guthaben, habe ich vor 2 Jahren beschlossen, mein Zeitvermögen zu verprassen!!!

Sinnvoll zu verprassen.


Der gute Mann baut sich recht preisgünstig ein Allrad-Fahrzeug wie dieses zum behaglichen Heim aus, um dem kalten Winter in sonnigere Gefilde zu entfliehen. Mit einem Antrieb von 6x6 Rädern und einem vergleichsweise bescheidenen Rohstoffverbrauch von 30 Litern/100 Kilometern sind dem Freund nicht nur spannende Sekunden, nein Stunden, Tage, Wochen, Jahre zu wünschen.
  
Auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten befriedigt jeder sein Bedürfniss. Feste im Sommer wie Winter - solange der Umsatz stimmt. Hauptsache:


Jeder kriegt genug!

Und was uns nicht schmeckt, das spucken wir aus. Wer mehr Macht bekommt, schneidet Informationen, die ihm nicht schmecken, aus und ab von sich und andern...


 ...so wie im Zauberland der Zensur!


wobei die Blogs der Bürgerlichen immer weniger zensieren...


was wirklich wichtig, Kind und Kegel und....



in einsamer Muße über den See zu schwabbeln im neuen Boot - hier Unterschleißheimer See


als Kapitän auf dem Feringa-See im neuen Boot....




Zurück zu meiner lieben Frau

Sonntag, 1. Juli 2012

Allrad auf der Apfelfarm

Soviele Gäste sind lange nicht gemeinsam in meine zunehmend mürrische Einsiedelei eingelaufen. Ihre Gesellschaft schafft belebende Abwechselung. "Rentners Rummelpatz Reisen" helfen ähnlich, die Sorgen des drückenden Alltags mit zuspitzenden kollektiven Krisen zu vergessen. Meine Diagnose: Die Krise kommt - chaotisch, kakophonisch, schlimmstenfalls kriegerisch.


Wie belämmerte Schafe grast das Volk auf fetter Weide. Doch nur die Vögel als Gäste im Schafspelz fliegen und flüchten schnell ins Weite.


Wo die Kollegen der schreibenden Zunft kollektiv verzagt versagen, schreiben Blogger gegen den Main-Stream. Der Mausklick auf diesen Satz verlinkt den Leser zu einem taz-Artikel.

Mein Freund Wolfgang aus Shangai kommentiert den Artikel.


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Da kommt dann der freie Journalist Misik, von Oekonomie und Wirtschaft null Ahnung und
sabbert dann sowas>>

"Simple Vorurteile nachbeten. Ohne jeden ökonomischen Sachverstand die aufreizendsten Propagandafloskeln über Solididät unter die Leute bringen. Sich in berufsmäßiger Aufgeblasenheit als Durchschauer gerieren. Oder einfach auch nur: auf Nummer sicher gehen, indem man mit der Meute schreit. Das ist es, was der deutsche Journalismus in seiner großen Mehrzahl in dieser Eurokrise macht."

Er kann sich nur selbst gemeint haben, bei dem linken Unsinn den er schreibt.

Wie sieht es denn aus mit den Statements der internationalen Presse...aus England,  Frankreich, Griechenland, Spanien, Italien? Sie alle "fordern", dass Deutschland "Fuehrung" uebernimmt....

Nichts wuerde so sehr abgelehnt, wenn Deutschland es wirklich taete....

Deutschland und "fuehren", ausgerechnet von diesen Deutschen, auf die man sonst gerne "herumkloppt", ihnen reihenweise ihre Vergangenheit unter die Nase reibt, ihnen ihre Sturheit, Borniertheit als "German Tanks" auslegt.....die sollen fuehren??

Es ist auch fuer den geistig Minderbemittelten klar was gemeint ist.

Deutschland soll nicht fuehren, Deutschland soll es wie vorher machen....bezahlen und moeglichst ohne Murren und mit geschlossener Schnautze.

Es wird immer gerne so hingestellt, dass die "Club Med" Staaten fast unverschuldet in ihre missliche Lage gerutscht sind....einfach so....quasi hoehere Gewalt.... Daraus wird dann abgeleitet, dass es eine Unverschaemtheit sei, zu verlangen, dass Massnahmen ergriffen werden muessen, um Defizite im Haushalt, Organisation etc. abzubauen, die sich ueber Jahrzehnte aufgebaut haben.

In der Tat haben Typen wie Papandreou, Berlusconi etc. ihr Land runtergewirtschaftet...aber mit billigendem Augenzwinkern der Bevoelkerung, die in beiden Laendern den "Volkssport Steuerhinterziehung" in unertraeglichem Masse praktizierten und es immer noch tun.... Posten und Pfruenden genuesslich akzeptiert und ihre Produktivitaet langsam, aber sicher, runtergefahren und auch den uebermaessigen Schluck aus der Lohnpulle, ueber Jahre nie verschmaeht haben, gaenzlich losgeloest von oekonomischen Realitaeten und Mechaniken.......

Dass beide Staaten mit absolut krimineller Energie die EU um Milliardenbetraege "abgezockt" haben, vermisse ich in allen Beitraegen und Kommentaren dieser linken Quatschschreiber, von Augstein bis hier zu Misik....

 Frankreichs Hollande hat sich jetzt zum Sprecher der Club Med Staaten aufgeschwungen, nicht unbedingt, weil ihm das Wohl dieser Laender am Herzen hinge, sondern weil er klammheimlich Stuetzungspositionen fuer diese "armen Staaten" aufbauen will, an denen letztendlich auch Frankreich partizipieren soll...muss.

Seinen Auftritt als neuer sozialistischer Praesident war begleitet von einem Schlag ins Gesicht derjenigen, die sich um Stabilitaet bemueht, ihre Arbeiterschaft auf Schmalkost gesetzt und das Rentenalter erhoeht hatten. Das Rentenalter in Frankreich demonstrativ zu mindern, war eine plakative Demonstration von "nicht mit uns" und Affront Deutschland gegenueber. Das sollte Deutschland nicht vergessen. Hollande ist kein Freund Deutschlands, sondern der SPD, deren einfaeltige Troika der Bundesregierung demonstrativ in den Ruecken fiel und Hollande ihren Freund nannte....


Da kommt einem unwillkuerlich in den Sinn..."Wer wird uns (ggf) verraten?

Die Sozialdemokraten!"


Vorgestern hat Hollande den Haushalt vorgelegt. Er ist leider um 40 Mrd. Euro unterdeckt und es wurde so dargestellt, dass es eine Erbschaft Sarkozys waere.... Es mag sein, dass ein Teil wirklich Sarko zuzuschreiben ist, aber Hollande hat in kuerzester Zeit 20 Mrd. aufgesattelt....

Er braucht also auch Geld, wo immer es herkommt.

Im Interesse der Buerger Deutschlands sollte Merkel weiter tough bleiben und sich ein wenig Maggie Thatcher anpassen, die damals sagte "I wanna have my money back"....(sehr erfolgreich uebrigens, England bezahlt noch immer wesentlich weniger als es eigentlich muesste....)

Merkel muss aufpassen, dass sie von Hollande, Monti und Co. nicht weiter und wieder ueber den Tisch gezogen wird. Die Franzosen, Italiener, Griechen wollen so weitermachen wie bisher, ihren hohen Lebensstandard halten (ja, ja...in Griechenland ist er stark gesunken, naehert sich aber den eigentlich realen Verhaeltnissen an, die man mit dem Verkauf von Tsaziki, Ouzo, Schafskaese und Olivenoel halt erreichen kann...Wenn sich die Stundenloehne in der Tourismusindustrie nicht drastisch nach unten bewegen, dann koennen sie auch die     11 Euro/Std. gegenueber Spanien mit 5 und der Tuerkei mit 3 vergessen)  und nur ja keine Reformen anlegen, wie zum Beispiel Deutschland. Griechenland ist in meinen Augen ein Drittweltstaat und hatte und hat in der EU nichts zu suchen.

Vielleicht noch zum Abschluss eine kleine Bemerkung, die bei den Linken aus Unwissenheit und Borniertheit immer wieder auftaucht. "Deutschland hat ja am meisten vom Euro profitiert und muss deshalb mehr tun"....

Erst einmal war Deutschland vor Einfuehrung des Euro der sogenannte "Exportweltmeister", dessen Gueter man gekauft hat, weil sie konkurrenzfaehig in Preis und Qualitaet waren.

Mit dem Euro stieg diese Konkurrenzfaehigkeit noch weiter, mit Staaten ausserhalb des Eurogebietes.... Die Eurostaaten haben dann weiter Gueter von Deutschland bezogen, nicht weil sie Deutschland so nett fanden, sondern weil Preis und Leistung stimmten und sie selbst solche Guter nicht herstellten.

Jetzt die Produktivitaet, das Preis-/Leistungsverhaeltnis Deutschland gegenueber negativ auszulegen und daraus ableiten zu wollen, dass doch gefaelligst die Vorteile wieder an die Failed States zu repatriieren seien, ist an Einfaeltigkeit nicht mehr zu ueberbieten.

Produziert und verkauft wird, um Gewinne zu erwirtschaften, Jobs zu sichern und nicht dafuer, marode Staaten zu alminentieren, die zum Teil noch nicht einmal Ansaetze zeigen, ihre Lage signifikant zu verbessern....

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Derweil hat es mich in meiner Einsiedler-Tonne, der Walkuh, nach Südtirol verschlagen. Die Nachrichten in Südtirol beklagen die laufende Inflationsrate von vier Prozent trotz Rezession. Eine Elite akademischer, politischer, journalistischer sowie politischer Expertise macht sich daran, die Massen an weniger, niedriger, kleiner, langsamer zu gewöhnen. Der Wohlstand verringert sich. Schon darbt der Mittelstand. Sekt statt Selters und wieder umgekehrt.






Mitglieder der Allrad-LKW-Sekte dieseln in Europa von einer zollfreien Tankstelle in Andorra über Luxemburg nach Livigno. Sofern nicht die Menschen fahren, für die Kosten keine Rolle spielen.

Die Helden der Schraubenschlüssel klopfen sich Tonnen in Badewannenformat unter ihre Blechburgen, um mit vier-, fünfhundert Litern aus dem unwirtlichen Europa in Billiglohnländer wie den Iran zu entkommen. Dort gibt es Diesel für drei Cent den Liter. Italien marschiert munter auf einen Preis von über zwei Euro. Damit erfüllt sich eine alte Forderung der Grünen, den Liter Treibstoff nicht unter fünf Mark abzugeben. Doch was wirtschaftlich wünschenswert wäre, lässt sich politisch nicht durchsetzen. Der Sprit bleibt billig, weil sonst der Aufstand der Massen droht. Doch Aufstände müssen die Eliten bei der Schrumpfkur der Volkswirtschaft vermeiden. Staub vergeht, die Pyramide steht.


Ein Beispiel: Der Englische Garten besteht als eine der größten innerstädtischen Parkanlagen. Diese Errungenschaft trotzte das Bürgertum dem König und Adel ab. Die Eliten öffneten lieber ihre splendid isolated Grünparks dem Volk, als sich einen Kopf kürzer machen zu lassen. Zurück zur Zeit: Welcher Geist weht durchs Land derweil?



"Graun" - der Name ist Programm: Auf meinem Weg nach Meran über den Reschenpass versank das Dorf in den Fluten eines Stausees, um den Energiehunger zu stillen. Ohne Energie bewegt sich nichts, kein Rad rollt, kein Licht strahlt. Energie setzt Wärme frei. Über die Folgen streiten die Experten. Sollte allerdings die Klimaerwärmung die Polkappen abschmelzen, soll der Meeresspiegel die Kölner Bucht füllen. Immerhin wird vom Kölner Dom dann wohl mehr aus dem Meer hervorragen als der alte Kirchturm von Graun aus dem Stausee.



Vor Krise, Krieg und Katastrophe wollen wir leben, genießen, feiern, uns freuen. Ein neues Auto beispielsweise steigert das Selbstvertrauen, das Selbstwertgefühl. Wie schön ist es doch, den missgünstigen Nachbarn vor Neid leiden zu lassen, wenn nur der neue Daimler vor die Haustür rollt. "Oh, Lord would you buy me a Mercedes Benz...." Wer will, erfleht sich auch geringere Gaben wie den Frieden Gottes, welcher höher sei als alle Vernunft. Orte der Einkehr und Andacht hält jeder Kulturraum als Synagogen, Tempel, Moscheen oder Kirchen vor. Jede Sekte bietet - je nach Spendenaufkommen - geeignete Orte zum fröhlichen Beisammensein bei bemühter Besinnung.


Vor meinen Wallfahrten wie zur "Allrad auf der Apfelfarm" gehört entsprechendes Geistiges Rüstzeug, um nicht allzu unangenehm aufzufallen.


Um meinen verstockten Alters starrer Skeptismus in sozial verträglichere Formen zu zwingen, ist mir nahezu jede Sekte, jede Kultstätte recht - wie auch die Synagoge in München. Die Moschee in nächster Nachbarschaft wird derzeit noch nicht gebaut, da das Spendenaufkommen wohl nicht reichte.

Zurück zum Thema. Worum geht es? Es geht darum, das Böse, welches immer und überall, zu besiegen. Die Fronten sind klar: Das Böse ist immer der Andere, das Gute beflügelt immer nur die eigene Person. Wer uns recht gibt, würdigt das Gute und wird so selber ein Guter. Wer widerspricht, das ist der Böse, der altböse Feind.



Trotz der eindringlich mahnenden Darstellung des Schlangenkampfes vor dem Münchener Rathaus, hat die Stadt dem Bösen als "Hauptstadt der Bewegung" eine bittere Bühne geliefert.

Wären Menschen intelligenter, würden sie sich über gegensätzliche Meinungen freuen. Doch die Verhältnisse, die sind nicht so. Gegensätzliche Meinungen ließen sich prüfen, annehmen oder verwerfen. Doch wer auf Schleimleckern steht, um sich und seine Position zu vergewissern, hat sich das Denken abgewöhnt. Dieser Typ will und braucht Bestätigung anderer, weil er selbst hohl ist.

Damit Menschen sich in froher Runde zusammen finden, gehört es sich nicht, einander zu widersprechen. Einmütig erfreue man sich an Speis und Trank. Alle Menschen werden Brüder bei Einigkeit, Recht und Freibier. Small Talk nach der Deutschen Volkslied":

"Stumpfsinn, Stumpfsinn, Du meine Freude,
Stumpfsinn, Stumpfsinn, Du mein Glück,
gäb's kein' Stumpfsinn, gäb's keine Freude,
gäb's kein' Stumpfsinn, gäb's kein Glück."



Leider muss meine liebe Frau, vorn rechts im Bild, arbeiten und arbeiten. So geht es also allein auf zum Allrad auf der Apfelfarm.

Besonders die Zusammenkünfte frohgestimmter Einigkeit finden sich in Sekten, wobei mich mystisch Wallfahrtsorte jeglicher Art magisch anziehen. Dieses Sommerwochenende treffen sich einige der Allrad-LKW-Gemeinschaft, wobei mein LKW erst mit einer Allrad-Nachrüstung ab etwa 15.000 Euro in die Liga der Schraubenschlüssel- und Schweißbrenner-Giganten aufsteigen könnte. Aber viel würde das auch nicht helfen. Denn in der Oberliga der Weltreisenden haftet meiner Walkuh ein Geruch wie eines Kühlschrankes, eines Yogurthbechers oder einfach nur einer Tupperware-Schüssel an.



Trotzdem dulden die Großen Jungs mit ihren Blech-Dinosauriern meinen Kleinwagen in ihrer illustren Runde. Die Sekte dieser LKW-Gemeinschaftler fasziniert mich immer wieder mit unglaublichen Geschichten. So wäscht der Pilot nach der Durchquerung eines reißenden Wassers im tibetischen Kiesbett die Bremstrommeln aus. Der Bach hat Schlemmsand und Kiesel in die Trommel geschwemmt.  Die Jungs haben Üung, diese Metallteile abzumontieren, was neben Geschick, Werkzeug und Kenntnis auch Kraft erfordert. Einer signiert seine Mails mit der Botschaft: "Ein Schaden der mit Bordwerkzeug behoben werden kann, ist kein Schaden."



Manche dieser LKW-Piloten sind handwerklich so geschickt, dass ihre rollenden Häuser wie Ausstellungsräume moderner Unterhaltungs- und Regel-Elektronik wirken. Kilometerweise verbauen diese Künstler Kabel in ihren Holzgetäfelten Wohnstuben, Lampen, Leuchten, Lautsprecher, Bücher- und Gewürzregale, Kühlschränke und -boxen, Meßinstrumente, Computer, Navigationsgeräte, Dachfanfaren, um eine Büffelherde von der Bahn zu treiben. Spieltrieb und Fantasie basteln mit bemerkenswerter Beharrlichkeit wunderbare Wohnräume. Andere kommen ganz einfach mit Kind und Kegel sowie des Menschen treuestem Freund, ihrem Hund.



Doch  die Hitze der Höllensonne frisst sich auch durch die beste Isolation. Bei einer Außentemperatur von bald 38 Grad klettert das Quecksilber im Innenraum in fiebrige Höhen von bis zu 40 Grad und mehr. Wenn abends das Thermoter Mitleid mit uns signalisiert und unter milde 30 Grad Celsius fällt, gestaltet ein Gruppenhäuptling ein archaisches Ritual aus Urzeiten der Menschwerdung. Die Beherrschung der Natur symbolisiert das Fleischopfer auf dem Grillofen, wozu Millionen von Mastviecher in Massentierhaltung unsere einzigartigen Urbedürfnisse befriedigen müssen. Zum Glück wird nicht mehr der Böse Nachbar gegrillt, sondern nur Teile verendeter Vierbeiner.


Dass diese heißen Tage bei einer Diät von Bratwürsten und Kotletts durstig machen, ist verständlich. Doch diese fünf bis sieben Meter langen Fernreisekoffer bieten Kubikmeter Stauraum - perfekt auch als Biertransporter.



Einen belehrenden Film von 70 Minuten krönte das Gemeinschaftserlebnis. Der Film zeigte sudanesischer LKW-Schmiedemeister, welche den Ford Bedford liebevoll als bequeme Sandalenschlappe lobten, komfortabel, weich und unkompliziert. Dort lernte der erstaunte Betrachter, wie mit Hammer und Meißel, Bohrmaschine und Schneidbrenner die simplen Fahrzeuge für den harten Afrika-Einsatz zu verbessern sind. Mit neuen Federn, verstärktem Fahrwerk, sowie einer elastischen Kühleraufhängung tunen die Schmiedemeister die Fünftonner auf sieben bis neun Tonnen Traglast. Der Film spricht im Titel die Gefühle der meisten Allrad-LKW-Chauffeure an: "Die Eiserne Braut".


"Die Eiserne Braut" - hier nicht von Bedford sondern von "Oh, Lord, would you buy me Mercedes Benz...." und vergiss, Gütiger Gott, nicht den Treibstoff für meinen Sechs-Zylinder! Doch da diese Fahrzeuge selten bis nie vor der Disco stehen, ja selbst auf vielen Camping-Plätzen diskriminiert und verbannt sind, suchen sich die Wagenlenken lauschige Fleckchen zur Nacht im Wald und auf der Heide. Soviel zum Thema "Allrad auf der Apfelfarm", wobei die paradiesische Landschaft von Meran im Sommer weitere Würdigung verdient.



Nicht zu vergessen: Die Fahrzeuge verschwanden so unauffällig im Gelände, dass sie von der Straße kaum zu entdecken waren. Das lag zum einen an der Farbe mancher Modelle, zum andern an der wunderbaren Lage der Apfelfarm.



Der Fahrer dieses betont unauffälligen Geräts animierte mich zu heißen Diskussionen. Vielleicht nur in der Kürze des Abends ein Link zum Thema? Mein Freund aus Tokyo hat das gerade geschickt. Er hat nur ein Moped zum Einkaufen, weswegen er sich mit Themen zur Zeit beschäftigt. Doch  die liegen weit abseits der Allrad-LKW-Ideologie. Der Mausklick auf den Satz verlinkt zu Walter Ötsch, der "Europa neu begründen" will.

Ein Freund aus Shangai kommentiert kontrovers:
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Das Wachstumsmodell der Nordstaaten könnte man beschreiben als eine Art neomerkantile Lohndumpingpolitik - das gilt weniger in Österreich als in Deutschland - und wird als Erfolgsmodell propagiert.

BLoedsinn. Deutschland ist ein extrem exportabhaengiges Land und muss sich auf den internationalen Maerkten bewaehren, dort, wo die meisten europaeischen Staaten sich NICHT bewaehren. Deswegen ist internationale Wettbewerbsfaehigkeit eine Ueberlebensfrage... Herr Oekonom



Es gibt dazu ohnedies Vorschläge wie die Eurobonds. Das hätte man wohl Ende 2008 machen sollen. Alles was danach gekommen ist, hat die Krise verschärft. Der Zickzakkurs Deutschlands wird überhaupt nicht reflektiert. Von den ersten Griechenland-Gesprächen bis heute haben die Deutschen jedes Mal gesagt, wir machen das nicht, und dann wurde es doch gemacht. Man macht also aktive Schritte, um die Krise zu vergrößern, zu vergrößern, zu vergrößern. Jetzt haben wir die Krise des gesamten Euros. Hätte man Griechenland 2008 mit einer Garantie und einer anderen Art von Wachstumspolitik gerettet, wäre das so viel wie ein zyklisches Rauschen gewesen.

Mit der Begabe von Eurbonds waere nichts gewonnen worden und Griechenland, eh unfaehig fuer Reformen (selbst wenn die Regierung will, werden alle Massnahmen "weiter unten" systematisch torpediert), haette weitergemacht wie bisher...weit ueber seine Verhaeltnisse gelebt. Es waere ebenfalls ein fatales Signal fuer Italien, Spanien etc. und jetzt auch Frankreich gewesen, die ebenfalls gravierende Strukturprobleme haben.

Da helfen auch keine Wirtschaftsstimulantien, wenn die Voraussetzungen, Strukturen in den Empfaengerlaendern noch nicht einmal gegeben sind.

 Eine Spekulation gegen die Staatspapiere hätte man aus politischen Gründen unterbinden müssen. Vermutlich hätte man einmal für ein halbes Jahr oder ein Jahr die Refinanzierung der Staaten von den Finanzmärkten getrennt haben und sich überlegen müssen, welche Art von sicherem Regulativ man haben will. Und in diesem Rahmen muss man klarerweise die Staatsschuld zurückfahren. Wenn das in Griechenland

Hier voll d'accord. Die Finanzierung ueber die Kapitalmaerkte hat nur zusaetzliche Milliarden gekostet, die von der Finanzindustrie abgegriffen wurden und die Spekulation nur weiter angeheizt haben.



Ötsch: Man hat das jedenfalls auf die schlechtestmögliche Art gemacht. Das Resultat ist, dass wir eine Minikrise hatten, und jetzt haben wir die Krise des gesamten Euroraums. Mit dem Fiskalpakt wird das verschärft, weil das einen Rahmen spannt, der die Wirtschaft in hohem Maße schrumpfen lassen wird. Wenn die Wirtschaft schrumpft, habe ich immer ein zusätzliches Budgetproblem.

Seine implizierte Alternative ist KEINE Alternative. Das wahllose Begeben von Eurobonds und nicht auflagenbewehrte Hilfen, bewirkt keine Aenderung der betonierten Fehlstrukturen und verfuehrt weiter zum Laissez Faire.... In der Tat muss ggf. geschrumpft werden, was Reformen temporaer mit sich bringen wuerden. Es wird weh tun....so oder so....

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Doch selbst ein kritischer Geist muss dankbar eingestehen: Allrad auf der Apfelfarm ist noch wunderbarer als das Neujahrstreffen im Wallgau. Meran im Allgemeinen und die Apfelfarm im Besondern erinnert stark an die bekannte Geschichte, wo die Urmutter der Zweibeiner uns vom Baum der Erkenntnis kosten ließ. Das erzürnte den damaligen Chef, der uns lieber tumb leben und sterben lassen wollte.


Meran ist eine Reise wert. Vegatation und Städtisches Krankenhaus unterscheiden sich stark von vergleichbaren Anwesen in Deutschland.



Neben Äpfeln leuchtet auch Marmor unter der Sonne Südtirols. Aus dem haltbaren Material lassen sich ansehnliche Figuren meißeln. So staunt der Wanderer über die anmutige Dame Sissi.





Lauschige Wege im Schatten am rauschenden Bach machen die sommerliche Gluthitze etwas erträglicher.



Romantische Winkel im liebenswerten, sommerlichen Meran



Auch die Kirche bietet einen schattigen, kühlen Rastplatz. Der Organist füllt den Raum mit majestätischen Klangteppichen, weil er ein paar Stücke für den morgigen Sonntag übt.


Mächtig und prächtig: Die Nicolai-Kirche in Meran. Die Orgel füllt den Raum mit erhebenden Klängen.



Dem Herrn ergeht anscheinend wie mir: er trägt schwer an der Welt oder er erträgt die Welt nur schwer.


Ein Havard-Professor zieht seine eigenen Schlüsse: "Das Ende der Welt, wie wir sie kennen."

Meinen deutschen Freund aus Shangai regt das Geschreibsel des Professors sichtlich auf:
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Yeah, yeah....all the "prophets of doom".....

Merkel is culpable....who else.

Getting sick and tired to read all this AAA bullshit....

Especially American big shots bend over backwards to give great

advice....from a country, which fucked up the international finance

system...and does, still, not get their own problems under control....

Their measures don't work.... obviously

So, simply shut up....you Nobel price winners and elite university

big mouths and try to solve your shit at home....



The Upset


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Zurück zu meiner lieben Frau



Sonntag, 24. Juni 2012

Von post- und prae-faschistischen Zeiten

Die Präposition "post" heisst "nach". Post-faschistische Zeiten liegen also "nach" dem Faschismus. "Prae" hingegen verweist auf ein Davor. Leben wir nun in prae- oder post-faschistischen Zeiten? Vermutlich leben wir in beiden Zeiten. Beim Fußball ist  "nach dem Spiel vor dem Spiel." Ebenso scheint "nach" dem Krieg "vor" dem Krieg. "Nach" dem Faschismus "vor" dem Faschismus.



Das von Brot und Spielen verblödete Publikum juckt es wenig, wenn "food-lines" wie in den USA, Griechenland oder bei hiesigen "Tafeln" eine hungernde Minderheit nähren. Das von Brot und Spielen verblödete Publikum will den Sieg beim Fußball, Blut im Film, Romanze in der Soap und Pop-Proll wie bei Bohlen, Arsch und Titten wie bei Germanys next Top-Models. 60 Jahre BLÖD-Zeitung. Doch davon mehr und mehr.


Seit Jahrzehnten durchdenken, formulieren und verwirklichen professorale Politpriester der Geldgeilen Eliten die Ideologie des Neoliberalismus.  Diese Ideologie des Neoliberalismus löst sozialstaatliche Strukturen auf. Diese Ideologie des Neoliberalismus zerstört demokratische Freiheiten, die Menschen in Europa nach Millionen von Weltkriegstoten dem Faschismus abgetrotzt hatten.

 Was kam aber nach dem Faschismus, nach dem Sturz der Staatenlenker im Format der Hitlers, Stalins und Maos? Welche Freiheit brachten die post-faschistischen Zeiten? Dies Zitat aus den Nachdenkseiten von Albrecht Müller belegt, wie geehrte US-Diplomaten vom Schlage eines Kissingers Salvatore Allende platt gemacht haben:

Demokratie? Da scheißen doch schon seit allen Zeiten die drauf, die wirklich die Macht haben. Der Fortschritt von den 1970ern zu den 2010er Jahren? Statt Mord und Massenmord (infolge des Putsches von 1973 in Chile verloren ca. 30.000 Menschen ihr Leben) angedroht Euro-Rausschmiss und kein Geld mehr für den Kreislauf Banken im Westen – Griechenland – Banken im Westen. Was für ein Fortschritt!!!

Wer stört sich schon an kaum vernehmbaren, schwachen Stimmen alternativer Nachrichten im manipulativen Medienorchester neoliberalen Ideologen?  Ein mit Blödheit und Blindheit geschlagener Mob, wählt, will und verehrt die fürchterlichen Fürsten, die sich ihre eigenen Gesetze geben. Dieser Macht- und Geldadel lebt nach seinen eigenen Wünschen und nach seinem eigenen Willen. Niemand konnte Kanzler Kohl hindern, gesetzeswidrig seine Schwarzgeld-Spender zu verschweigen, die Spuren seiner Machtergreifung und seines Machterhaltes am Ende seiner Ära zu verwischen und zu tilgen. Niemand konnte den schönen Schröder, der zu seinem Bier mit Currywurst Zigarren und Armani-Anzüge brauchte, hindern, sich seinem Freund und lupenreinen Putin als Gasmann anzudienen. Niemand hindert Merkel am Krieg in Afghanistan und wohl auch nicht am Einsatz im Iran, wenn die Neoliberale Walze den nächsten profitablen Konflikt plant und ausführt, um dem Leben und Sterben einer blind-blöden Masse Sinn und Ziel zu setzen.

Brüllte ein blind verblödeter Mob - eben noch in Fußballarenen formiert und aufmarschiert - im Siegestaumel national chauvinistischer Gefühle und Begierde, gilt als neuer Zielpunkt der Höchsten Gefühle: Die Verteidigung der Freiheit am Hindukusch mit dem Schmieröl unserer Freien Welt-Wirtschaft in  freien Handelswegen wie der Straße von Hormus oder um das Horn von Afrika.



Straße von Hormus, Quelle Wiki

Dass mittlerweile Hunger, fehlendes oder verseuchtes Trinkwasser Millionen von Menschen wie in Afrika dahinraffen, dass desolate, korrupte Eliten Regionen und Staaten als No-Go-Gegenden verwüsten, das hindert Geschäftsreisende und Touristen. Doch wen interessiert das sonst noch?

Neoliberale Medien- und Machtmanipulation haben zwar mittlerweile den Super-Reichen wie Bill Gates milliardenschwere Vermögen verschafft, aber diese gutmenschelnden Wohltäter spenden dafür wie mit der Giving-Pledge-Kampagne Teile dieser Milliarden.


Web-Site der Gutmenschelender Milliardäre, denen auch Jahrzehnte neoliberaler Ideologie zu unermesslichem Reichtum verhalf. Sie beruhigen ihr Gewissen und die Massen im Land mit Milliarden-Spenden.

Gutmenschelnde Spender haben ein Herz für Kinder und Hungernde. Denen fehlt Kraft, Einsicht und Energie prä-faschistische Strukturen des Neoliberalismus zu erkennen. Kinder und Hungernde können kaum gegen faschistische Machthaber kämpfen. Erst wenn Kinder zu Kämpfern herangewachsen sind, verscherbeln Waffenschieber der Rüstungsindustrie den Jungen Kriegern Gewehre. Ein Mordsgeschäft. Sofern das Geschäft Profit wie mit Blutdiamanten, Öl, Kupfer, Seltene Erde oder anderen Rohstoffen bringt, liefert die Industrie, was der Kunde will. Faschisten sponsern ihre Kämpfer, um den neoliberalen Faschismus global siegen zu lassen.

Kämpfe und Aufstände hat schon Huntington 1995 im Kampf der Kulturen an Hand der Geburtenrate in den Maghrebstaaten vorher gesagt.




Wo es genug Geld und Arbeit gibt, mühen sich Menschen um Geld, Arbeit, Anerkennung, Aufmerksamkeit und Ansehen. In Ländern, die ihre Bevölkerung nicht mehr ernähren können, kämpfen Menschen um das Überleben. Der Glaube, dass zahlreiche Nachkommen das Alter und den Reichtum sichern, erweist sich als Irrglaube. Zahllose Kinder verarmen und verelenden in überbevölkerten Ghettos - selbst im reichen Europa.

Die Überbevölkerung resultiert auch aus der Ideologie rigider Religioten, die wie bei Fundamental- Christen oder -Mohammedanern Geburtenverhütung und -kontrolle ablehnen. Wie zum Christentum die Inquisition, so gehört zum Islam der Salafismus. Wie der Kapitalismus den Neoliberalismus brachte, bringt der Neoliberalismus den Faschismus. Es rüsten sich repressive Religioten und Ideologen aller Sekten in globaler Konkurrenz.

Gleich Schweinepriestern dieser Sekten treiben sie eine Saubande gefälliger Gefolgsleute zum Schlachten. Schweinepriester schotten sich ab gegen Störer, Kritiker der Ideologie. Ein Beispiel von vielen: Scientologen. Zuerst zensieren Poltipriester ihre Kritiker. Den Zensoren und Inquisitoren des Ideologischen Überbaus folgen Kämpfer und Krieger, welche als faschistische Verbrecher Widersacher niedermachen.


Das weltweit beliebte und begehrte Sturmgewehr G36 von der Web-Site der schwäbischen Rüstungsschmiede Heckler & Koch. Dem disziplinierten Fleiß deutscher Arbeiter wie unser heimischen Ingeniurskunst und Infrastruktur verdanken wir neben dem Export nobler Karossen wie von VW-Porsche, Daimler und BMW den Wohlstand in Deutschland. Wenn Zensur in Web und Medien Kritiker nicht zum Schweigen bringt, hetzen Medienmeute wie Machthaber oder Kämpfer in den Krieg. Der profitorientierte Prä-Faschismus schlägt wieder um in offenen Faschismus.

Der Weise, wie Bhagwan, wusste darum, und befriedigte den Bedarf retardierender Religioten mit dem "Taste of Fascisme". Die Dame, seine einst und jetzt getreue Schülerin Ma Anand Sheela, verkündet als "His Personal Secretary" siegessicher: "Our Religion is the only Religion":



"Our Religion is the only Religion".  Das Programm religiös retardierter repressiver Fundamental-Fashoshos bleibt Jahrzehnte nach dem Tod des Meisters den gefälligen Gefolgsleuten eingebrannt. Dem "Taste of Fasciscme"  folgte eine kurze Periode Freiheit, bevor prae-faschistische Positionen vom Geschmack zum faktischen Faschismus übergehen.



Wer sich das Video der Dame anhört, staunt. Sie glaubt noch immer an Erleuchtung, wie es ihr der Herr und Meister Bhagwan eingetrichtet hat. Wen stört's denn schon?

.....zurück zu meiner lieben Frau



Bhagwans "10.000 Idiots",   die er als seine "10.000 Buddhas" einschleimte, konnten ihm zu Lebzeiten nicht schnell genug zu Willen sein. Damals krochen die gleichen Leute Ma Anand Sheela um die Füße, die diese mittlerweile als Mutter aller Schmuddelkinder verurteilen.  Sheela einst gefeiert und verherrlicht ist vermutlich am Untergang von Rajneeshpuram im allgemeinen und dem frühen Tod des Führers und Lagerleiters Bhagwan im besondern "Schuld." Von Bhagwans Sekte profitieren weiterhin die Schweinepriester einer Saubande, welche dafür Geld, Zeit, Energie, Anerkennung auf Aufmerksamkeit opfern. Man gönnt sich sonst nichts. Im Westen wie Osten nichts Neues.





Doch die Dame, die einst über den Meister wachte wie er über sie, ist nun soweit erwacht, dass sie uns selbst im Erleuchtungsgeschäft als Führerin dient. Selbstlos und kostenfrei. Prae-, post-fashiscme - egal: "Say YES!"

Und ewig grüßt das Murmeltier.